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Ein Erfahrungsbericht der Arbeitsgruppe Rad Eberswalde
Ein grauer Januarfreitag war es, an dem wir uns verabredet hatten, das Gemüse für den bevorstehenden „Machbarschaftstag“ zum Vorschnippeln in die Hebewerk-Räume im Brandenburgischen Viertel zu bringen. Wir hätten es bequemer haben können: Auto organisieren, Kofferraum vollpacken und zack, in zehn Minuten hätten wir da sein können. Hätte hätte Fahrradkette… wir hatten es uns anders überlegt. Schließlich lautete eines der Hauptthemen des „Machbarschaftstags“: klimafreundliche Mobilität. Was spräche also dagegen, für den Gemüsetransport das Fahrrad zu nehmen? Nun ja. Die Gemüsespenden vom Regionalladen „Krumme Gurke“, dem Demeter-Hof „Gemeinsam Gut Leben“ in Luisenfelde und „Globus Naturkost“ waren – zu unserer großen Freude und Dankbarkeit – äußerst großzügig ausgefallen, und die Kisten mit Kohlköpfen, Roten Beten und kiloweise Kartoffeln hätten wohl nicht in herkömmliche Fahrradtaschen gepasst. Zum Glück hatten wir uns im Voraus eine passende Lösung überlegt. Denn auch wenn es bisher kaum aufgefallen ist: Eberswalde ist eine Lastenrad-Stadt.

Lastenräder, allgemein Transporträder genannt, sind für viele noch etwas Exotisches. Dabei gibt es nicht nur ausgefallene Modelle wie das großräumige „Christiania-Rad“, einst entwickelt für den autofreien Verkehr in der Kopenhagener Freistadt, oder die „Food-Bikes zum mobilen Verkauf von Speisen und Getränken, die seit einigen Jahren vermehrt in touristischen Großstädten auftauchen. Auch das gute alte Postfahrrad (welches inzwischen vielerorts gegen ein Postauto eingetauscht wird) ist ein Lastenrad – und ein wunderbares Beispiel dafür, wie altbewährt die Idee ist, kleinere und größere Transporte mit dem Rad zu erledigen.

Noch bis vor einigen Jahrzehnten gab es für den Transport per Fahrrad ganz einfache Gründe. Nicht alle Menschen und Betriebe verfügten über ein Auto, denn Anschaffung, Kraftstoff und Haltungskosten waren teuer. Die Infrastruktur – der Dienstleistungssektor und das Netz an Straßen und Lieferwegen – war schlichtweg noch nicht so stark entwickelt. Und vor allem: Niemand stand unter einem vergleichbaren Zeitdruck, wie er heute unseren Alltag prägt. Mittlerweile ist das Auto für viele Haushalte und Unternehmen eine Selbstverständlichkeit geworden (und das nicht mehr nur in der „westlichen“ Welt) und stellt Fahrradfahren für viele eine fitness- fördernde Freizeitbeschäftigung dar (die bei schlechtem Wetter auch mal kurzerhand nach drinnen auf den Hometrainer verlegt werden kann).

Die Mobilität und Flexibilität, die das Auto unserem Alltag verschafft, ermöglicht uns ohne Frage eine bequeme und unabhängige Lebensweise, für die wir uns glücklich schätzen können. Aber die entscheidende Frage lautet doch:

Wie oft brauchen wir das Auto wirklich? Und in wie vielen Alltagssituationen könnten wir eigentlich stattdessen das Fahrrad benutzen?

Weitere Informationen der AG Rad Eberswalde unter www.agradeberswalde.wordpress.com.

ERNEUER:BAR