Berliner IGES-Institut erhält Zuschlag

Im September konnte der Landkreis Barnim eine weitere Studie in Auftrag geben: Ausgeschrieben wurde die Erarbeitung eines Konzeptes zur  Mobilitätssicherung und Gesundheitsversorgung im Landkreis Barnim. Hintergrund ist ein hoher Bedarf an Mobilität, um die Erreichbarkeit medizinischer Versorgung in schrumpfenden Regionen sicherzustellen. Drei Bewerber waren in der engeren Auswahl und das IGES-Institut aus Berlin setzte sich durch und erhielt den Zuschlag. IGES ist ein unabhängiges, privatwirtschaftliches Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastrukturfragen und wird Ende Oktober mit einem Auftaktworkshop seine Arbeit aufnehmen. Ergebnisse sollen im Juni 2018 vorgestellt werden.

Seit Juli 2016 gehört der Barnim zu den geförderten „Lebendigen Regionen“. Betreut vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und ausgestattet mit einem Fördervolumen von 200.000 EUR werden bis Mitte 2018 drei Teilprojekte unter der Über­schrift „Nachhaltiger Barnim“ bearbeitet.

Lebendige Regionen Deutschland - Modellvorha­ben der Raumordnung (kurz: MORO) – hinter die­sem verheißungsvollen Titel verbirgt sich ein Akti­onsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Dabei soll in aus­gewählten Modellregionen die praktische Erpro­bung und Umsetzung innovativer, raumordnerischer Handlungsansätze erfolgen sowie neue Instrumente an den Schnittstellen von Wissenschaft und Praxis erprobt werden.

Hintergrund
Nachhaltiger Barnim: drei Teilprojekte

Im Teilprojekt (I) wird es innerhalb der nächsten zwei Jahre zunächst um die Erarbeitung einer integ­rierenden, an dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausge­richteten Entwicklungsstrategie gehen. Diese soll als übergeordnete Handlungs- bzw. Bewertungsgrund­lage für die verschiedenen Leistungsbereiche des Landkreises zur Verfügung stehen.

Das Teilprojekt (II) widmet sich unterdessen ver­schiedenen Aspekten der Mobilität. Das vorrangige Ziel ist die Untersuchung von Verknüpfungsmöglich­keiten der Gesundheitswirtschaft mit dem Öffentli­chen Personennahverkehr zur Sicherstellung einer angemessenen Versorgung mit Gesundheitsleis­tungen zum einen sowie einer angemessenen Ver­sorgung mit Beförderungsangeboten innerhalb des ÖPNV zum anderen.

Das Teilprojekt (III) steht unter dem Motto „Unsere Energie für die Region“ und vereint neben einer ex­tern durchgeführten Akzeptanz- und Partizipations­untersuchung verschiedene Maßnahmen zur Akzep­tanzsteigerung im Themenkomplex der erneuerbaren Energien. Unter der Teilprojektleitung der BEG ist der Fokus vor allem auf die aktive Mitwirkung der Be­völkerung an der regionalen Energiewende gerichtet. Geplant sind Maßnahmen zur gezielten Aufklärung, Motivation und Bürgerpartizipation, um den Umgang mit fossilen Energieträgern und den Zugang zu er­neuerbaren Energieressourcen bewusst und nach­haltig zu gestalten. Der angestrebte Energiedialog zwischen Verwaltung, Politik und der Bevölkerung im Prozess der Energiewende ist dabei beispielhaft und innovativ und steht im engen Zusammenhang mit der Gründung der Kreiswerke Barnim.

Erste Ergebnisse liegen bereits vor. So konnte im Februar 2017 eine Akzeptanz- und Partizipationsstudie abgeschlossen werden, die im Ergebnis ein positives Bild von der Barnimer Energiewende widerspiegelt. Ein Großteil der Befragten, darunter BürgerInnen, Bürgermeister und UnternehmerInnen, befürworten und unterstützen die Barnimer Energiestrategie.

Im August 2017 erhielt der Landkreis Barnim im Rahmen der finanzwirtschaftlichen Begleitforschung den Regionsbericht. Dieser Bericht, den alle zwölf MORO-Regionen erhalten, analysiert die öffentlichen Haushaltsdaten und erarbeitet eine Prognose für die Haushaltssituation bis 2020. Aktuell befindet sich der Bericht in der internen Diskussion, um entsprechende Handlungsempfehlungen für den Barnim mit seinen Gemeinden abzuleiten.

ERNEUER:BAR